Alan Antonio Ruić

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Photographer / Writer / YouTuber

Wie man jeden Content interessant machen kann!

Wie man jeden Content interessant machen kann!

Ein leicht zynischer Post darüber, wie man Content interessanter macht.

Da sind wir nun. Mitten in der modernen Social Media Welt und du brauchst Content, der für dein Publikum von Wert ist. Du gehst das ganze Einmaleins durch: Definieren der Contentstrategie, Definition der Marketing Persona und du findest heraus, was genau dein Publikum interessiert.

Aber da kommt dieser gewisse Zeitpunkt, wo du einfach gegen eine Wand läufst: Die Blackbox des Content. Das leere Dokument starrt dich verachtend an und ärgert dich mit einem scheinbar immer langsamer blinkenden Cursor. Aber du schreibst. Du schreibst alles, was deine Recherchen dir vorgeben und dein Publikum lieben sollte. Und doch, was du geschrieben hast, ist einfach nur mies.

Nehmen wir einmal an, dass du einen Reiseblog brauchtest und dass das hier das Ergebnis ist:

Wir waren an den SCHÖNSTEN Stränden. Das Meer war UNGLAUBLICH blau. Wir gingen durch eine WAHNSINNS Altstadt. Wie hatten ein SEHR KÖSTLICHES Abendessen und den BESTEN Wein. Mir hat es dort SO GUT gefallen, ich wünschte ich könnte SOFORT zurück.

Abgesehen von der Länge, stellt dies ganz gut dar, wie manche dieser Blogs wirken. Ich habe bestimmte Worte mit Großbuchstaben geschrieben, um zu verdeutlichen, wie lausig dieser Beispieltext ist. Wenn man den Text ohne diese großgeschriebenen Worte liest, fällt auch sofort auf, dass dieser Text keinen wirklichen Inhalt hat. (Versuch’s doch mal!)

Wenn du jemanden bezahlt hast, dir so etwas zu schreiben, dann hast du keine wirkliche Gegenleistung für dein Geld bekommen. Ich hoffe, dass sie zumindest gute Fotos gemacht haben, denn der Text ist generisch und hätte von jedem, ohne dort hinzufahren, geschrieben werden können.

Fakt ist jedoch, dass wir von ausgezeichnetem Content umgeben sind. Romane und Filme hinterlassen Eindrücke und sind, in besonderen Fällen, sogar identitätsbildend. Das ist Content, für den wir sogar bereit sind zu bezahlen (was in der Contentmarketingwelt ein Ding der Unmöglichkeit zu sein scheint). Die Tradition des „Bezahlcontents“ hält jedoch einige Dinge parat, mit der wir jeden Content, den wir veröffentlichen, besser machen können.

Schrullige Details

Eine einfache Möglichkeit, mit der man Welten zum Leben erwecken kann und sie glaubwürdiger gestalten kann, sind schrullige Details. Im Beispiel unseres Reiseblogs wären das Dinge, die nicht im Reiseführer stehen, aber jemandem auffallen, der dort lebt oder dort auf Urlaub war.

Zum Beispiel wirkt sich der Südwind, jugo, an der Küste Kroatiens stark auf das Gemüt der Bevölkerung aus; Kellner sind irritiert, vergesslich und groggy. Ein anderes Bespiel gäbe es auf den Gilis, den Inseln zwischen Bali und Lombok. Auf die Wände vieler Bars sind Pilze mit verrückten Gesichtern gemalt, weil diese Bars Cocktails mit halluzinogenen Pilzen verkaufen.

Dies sind nur einige der kleinen Dinge, die deinen Content glaubwürdiger und interessanter machen können. Im Grunde ist es auch nicht schwer, einige solcher Details für den eigenen Blog zu finden.

Fachwissen

Es gibt diese Geschichte von meinem Vater, der früher Architekt war. Das war zu einer Zeit, als man noch keine Computer verwendet hat und alle Pläne mit Tusche auf riesigem DIN A0-Papier, das so groß war wie ein Schreibtisch, gezeichnet wurden. Ein riesiges Getümmel verworrener Linien.

Als mein Vater nun Bauaufsicht machte, wurden ihm diese Pläne regelmäßig zur Kontrolle vorgelegt. Normal dauerte dies Stunden, doch mein Vater kreiste einfach, in nur ein paar Sekunden, die Fehler im Plan ein und gab ihn zurück. Wie war das möglich? Hatte mein Vater eine Inselbegabung? Was er tat war einfach unmöglich schnell.

Eines Tages, als mein Vater genau dies mit einem Plan meiner Mutter gemacht hatte, lies sie nicht mehr locker. Sie wollte wissen, wie das möglich war. Und an diesem Tag gab mein Vater sein Geheimnis preis: „Seit 20 Jahren machen alle immer die gleichen Fehler.“

So, wie mein Vater mit seinem Fachwissen glänzte, kannst du es auch. Wenn du also für einen neuen Artikel recherchierst, dann wiederhole nicht die gleichen Dinge, die alle schreiben. Such' nach den erfahrenen Mitarbeitern in deiner Firma und nutze ihre Erfahrung. Was sind die Fehler, die alle immer wiederholen? Was sind die Dinge, die seit Jahren immer ein Problem sind?

Über solches Fachwissen zu schreiben—oder es lediglich zu implizieren—verschafft Ansehen in den Augen von Experten und wirkt anziehend und inspirierend auf Neulinge.

Also frage, welches Fachwissen die Erfahrenen in deinem Bereich haben, der nicht dauernd auf allen Blogs in deiner Nische zirkuliert wird.

Zeigen, nicht erzählen!

Dies ist der Urvater allen Schreibens. Ein häufiges Problem, selbst bei Fortgeschrittenen. Doch was bedeutet diese (aus dem Englischen stammende) Aussage. Der Kern ist, dass man sein Publikum aktiv an allem teilhaben lassen sollte. So könnte man z.B. schreiben:

Ich mag meine Freundin!

Natürlich, die Situation wird klar geschildert. Doch stattdessen könnte man die Situation, in denen diese Emotion hervorgeht, beschreiben. Frag’ dich einfach: Woran würde ein Fremder erkennen, dass zwei Menschen ein Paar sind?

Sie zog’ ihre Mundwinkel nach unten, als sie Marlon Brandos Paten imitierte: „Sag’ mir, wann hast du mich das letzte mal zum Cocktail eingeladen, Bonasera?!“ Sie kicherte als sie die Eiswürfel in ihrem leeren Glas mit dem Strohhalm aufspießte. Von der Sonne hatte sie noch mehr Sommersprossen bekommen und ihre Locken bewegten sich in der Brise. Sie schaute mich an und ich bestellte noch eine Runde.

Was war hier nun anders? Im ersten Beispiel wurde nur eine Tatsache genannt. Im Zweiten sieht man einen Moment aus einer Beziehung und kann seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen.

Natürlich gibt es auch manchmal sehr faktenlastige oder technische Themen, über die man schreibt, aber selbst hier hilft die Schilderung von spezifischen Situationen ungemein weiter.

Denk’ also an die Situation, die eine gewisse Emotion hervorgebracht hat, anstatt nur die Emotion selbst zu nennen.

Fazit

Erinner’ dich jetzt an den Reiseblog vom Anfang. Er war weder gut zu lesen noch informativ. Er war so allgemein, dass er jeden beliebigen Urlaub hätte beschreiben können.

Nun vergiss dieses schlechte Beispiel und erinner’ dich and deinen letzten Urlaub. Denk’ an die schrulligen Details, die dir aufgefallen sind. Schreib’ dir auf, was Einheimische dir vom Ort erzählt haben, wovon du sonst nie gewusst hättest. Zu guter Letzt, erinner’ dich an die kleinen Momente und Situationen, die diesen Urlaub besonders gemacht haben und dich genau jetzt in einen Post-Holiday-Blues stürzen, weil sie für immer in der Vergangenheit liegen.

Dieser Artikel wurde ursprünglich auf Englisch verfasst und ist hier auf meiner Webseite zu lesen. Falls dir dieser Content gefallen hat, bitte teile ihn und folge mir auf Social Media. Facebook — wo alles zusammenläuft und ich alle wichtigen Neuigkeiten poste. Ich habe zwei Instagram-Accounts — einen Allgemeinen, der ein visuelles Potpourri ist, und einen für Fashion & Lifestyle, der visuell homogen ist. Twitter — wenn dir nach Abenteuer ist und du dich ins Niemandsland traust.

How to Make Any Content Engaging!

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Why Context Beats Content on Social Media!

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